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Manchmal habe ich das Gefühl, das alles nicht mehr zu schaffen. Es wird mir alles zu viel. Ich habe Angst, dass ich das alles nicht überstehe. Fühle mich überfordert. Es gibt Tage, da macht mir die Zukunft, die Welt Angst.

Ich habe nicht das Recht, so zu fühlen.

Ich beschäftige mich damit, was mir passiert. Ich schreibe hier darüber. Ich spreche mit Freunden drüber. Aber nur, damit ich mich nicht damit beschäftigen muss, was IN mir passiert. Wie es mir geht.

Morgen werde ich endlich der E-Mail, die meine Mutter mir vor Wochen geschickt hat, antworten. Ich denke mal, dass ich ein bisschen versuchen werde, mich ihr zu erklären.

Wieso muss ich auch so intelligent sein?! (Sorry, klingt jetzt eingebildet, aber ist ja durch Test bewiesen) Ich bin der Überzeugung, dass es einfach ist, zu leben, wenn man "normal" intelligent ist. Man macht sich einfach weniger Gedanken. Das macht das Leben einfacher. Ich wünschte, ich wäre "normal". Es ist mir einfach eine zu große Last.

Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Es ist...allumfassend. Ein bisschen wie die Liebe zu J. Die kann ich auch nicht genau benennen.. Es ist einfach, dass mich "etwas" komplett umgibt, dass es alles ausfüllt. So ist dieses Gefühl auch. Aber es ist schlimm.

Ich habe einfach keinen Grund dafür. Gerade an Tagen, wo alles gut läuft, geht es mir am Schlechtesten. Ich habe heute etwas für meine Zukunft getan, ich habe Dinge erledigt. Aber statt Zufriedenheit....geht's mir SO. Mein nächstes Lebensjahr ist geregelt. Mir wird ständig gesagt, wie gut ich aussehe. Ich bin intelligent, habe alle Voraussetzungen für ein gutes Leben. D. hat mir heute gesagt, dass er mich vermisst. J. hat mir eine unglaublich süße Liebeserklärung gemacht. Er liebt mich über alles. Ich habe tolle Freunde. Mit meiner Familie läuft's im Moment eigentlich auch ganz gut.

Ich darf nicht so fühlen. Aber es ist trotzdem so. Ich werde Sv. weh tun. Indem ich abnehme. J. auch. Meinen Eltern auch. Eigentlich allen, denen ich wichtig bin.

20.8.10 02:22

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lily / Website (20.8.10 04:17)
irgendwie klappt das mit dem Kommentieren gerade nicht. vielleicht funktionierts ja bei diesem Kommentar.
Warum schreibe ich das überhaupt? Vielleicht hat es bei den ganzen vorherigen Versuchen doch geklappt, nur mir wird nichts angezeigt und du wirst aber vollgespammt mit meinem Kommentar, weil er etwa hundertmal angezeigt wird.
Wenn ja: tut mir Leid!!
Wenn nein: ich versuch es später mal nochmal, vielleicht liegt's ja am myblog oder daran, dass mein Kommentar zu lang war.

Viele Grüße!


lily / Website (20.8.10 04:21)
Hey du!
Ich kann verstehen, wie es dir geht. Es passiert einem was gutes und man hat keinen großen Grund, sich zu beschweren oder sich schlecht zu fühlen. V.a. wenn man bedenkt, dass es anderen Menschen so schlecht geht und man weiß, dass sie Gründe dafür haben. Man selbst denkt dann, dass man sich nicht schlecht fühlen darf oder traurig sein darf. Und genau deswegen fühlt man sich dann noch schlechter, weil dann das schlechte Gewissen auch noch dazu kommt.
Das hört sich gerade so verwirrend an, aber du weißt bestimmt, was ich meine


lily / Website (20.8.10 04:23)
Aber ganz rational gesehen: es hat sicher jeder das Recht, sich schlecht zu fühlen und traurig zu sein. Auch wenn andere es vielleicht, weil sie nur die äußeren Umstände sehen können und nicht in einen hinein blicken könnnen, in dem Moment nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Weißt du, es ist dein Leben und du musst es leben. Und es ist egal, ob andere vielleicht meinen, es gäbe keinen "richtigen" Grund, um down zu sein. Wenn man so fühlt, fühlt man so, und... und ich weiß nicht, wie ich schreiben soll, was ich denke, weil meine Gedanken dazu gerade so wild durcheinander fliegen und ich sie nicht richtig in Worte fassen kann, ohne völlig verrückt zu klingen.

Um es kurz zu sagen: es ist okay, wie du dich fühlst. Du musst dich nicht rechtfertigen oder dich deswegen noch schlechter fühlen. Sonst wird ein Teufelskreis drauß.

Ich hoffe, ich hab doch einigermaßen verständlich geschrieben. Wenn nicht liegt es vielleicht an der fortgeschrittenen Uhrzeit oder daran, dass das Thema 'Gefühle' doch leider immer kompliziert und so eine Sache für sich ist... =/


lily / Website (20.8.10 04:24)
Um noch auf deinen Kommentar in meinem Blog zu antworten :
Ja, einerseits hat es mir ganz gut getan, mal einfach zu essen, worauf ich Lust hatte. Aber seit gestern plagt mich jetzt doch etwas das schlechte Gewissen. Aber ich hoffe, wenn ich ausziehe, klappt das mit dem Abnehmen wieder besser. Ich ziehe übrigens weg, in eine andere Stadt, zum Studieren. Studiere zwar schon ne Weile dort, aber bin bisher immer gependelt. Das Pendeln ist aber doch ziemlich anstrengend und ich habe beschlossen, jetzt doch umzuziehen. Ich bin im Augenblick nicht so begeistert davon. Ich wohne gern zuhause. D.h. ich hab kein Problem mit dem Ausziehen an sich! Alleine zu wohnen und unabhängig zu sein ist toll! (ich war bereits einmal für 1,5Jahre in eine andere Stadt gezogen) Aber ich finde es total blöd, dass meine Freunde dann nicht mehr in meiner Nähe sind.



Und um es nochmal zu betonen: es ist okay, traurig zu sein. Und wenn es hilft (mir hilft das fast immer), dann schreib dir alles von der Seele. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Sachen mich nicht mehr so stark belasten, wenn ich sie einmal aufgeschrieben habe und jemandem erzählt habe. Dieser Jemand muss ja nicht mal eine Freundin sein, der man gegenüber sitzt und mit der man spricht. Das können auch wir sein, die deinen Blog lesen. Jenachdem, warum es mir nicht gut geht, find ich es sogar um einiges leichter, mich jemandem mitzuteilen, dem ich dabei nicht unbedingt in die Augen sehen muss.


lily / Website (20.8.10 04:30)
Ich hab ja jetzt einen halben Roman geschrieben. Und manche Absätze sind etwas holprig, aber solche Gefühlswelten sind ein Thema, zu dem es einem manchmal (oder auch öfter ) schwer fällt, sich richtig auszudrücken.

Alles Liebe!


P.S.: Entschuldige, dass es jetzt soviele Kommentare wurden. Anscheinend war es für einen zu lang und meine Versuche vorhin sind deswegen fehlgeschlagen.

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